Gesellige Trommler

Bam Bam BamBamBam. Es ist fünf Uhr morgens. Bam Bam BamBamBam. Die Knüppeljungs geben den Ton an. Bam Bam BamBamBam. Nicht nur der König fällt aus dem Bett.

Stefan Klausing haut auf die Pauke. Ein knackiger Schlag, der die Nacht in Neuenkirchen beendet. „Das Wecken ist das schönste“, sagt Alina Heemann. Die 16-Jährige spielt nicht nur die Querflöte, sondern bald auch die erste Geige beim Spielmannszug Heithoek. Denn Kaiser Ralf Nölleke hat die 50 vor Augen und will spätestens in zwei Jahren den Stab an Alina weiterreichen. Dann ist die junge Spielerin 18 und reif für die Verantwortung.

Wenn die Heithöker mit ihren schicken Uniformen – blaue Jacke, weiße Hose – pfeifend und trommelnd durch den Morgen marschieren, hier einen Fisch essen, da ein paar Eier, dann fühlen sich die 30 aktiven Spielleute richtig wohl.

Auch Walzer, Samba und Rumba

Saufen und Krach machen – das müssen sie können. So glaubt es das Schützenvolk. Aber die Heithöker Spielleute sind anders gestrickt. „Bei uns muss keiner trinkfest sein. Wenn wir losgehen, wollen wir Musik machen“, betont Nölleke. Wenn sie auf der Kulturmesse am 28. August auftreten, dann auch, um mit dem Bild vom torkelnden Trommler aufzuräumen. „Wir lieben die Geselligkeit und die Musik – trinken auch gern Wasser und Alkoholfreies“, sagte Nölleke.

40 Lieder haben sie im Repertoire. Nicht nur Märsche, sondern auch Walzer, Samba und Rumba. Wenn Alina Heemann den Tambourstab übernimmt, will sie modernere Stücke einstudieren.

Sie ist die erste, die sich über den Volksmusikerbund ausbilden lässt. Die Ausbildung steht auf einer Stufe mit der Feuerwehrkapelle: Notenlehre, Atemtechnik, Dirigieren – das ganze Programm.

„Wir messen uns an den Spielmannszügen ,de Mönsterländer‘. Die sind richtig gut“, sagt Nölleke. Lyra, Flöten, Trommeln, Becken und Pauken gehören zur Standardausrüstung der Spielleute. Blech, wie in holländischen Kapellen gibt es nicht. „Aber wir werden uns ein paar Tom Toms anschaffen, um mehr Pep in die Musik zu bringen“, sagt Klausing.

Familienfreundlich

Wer in geselliger, zwangloser Runde Musik machen möchte, der ist beim Spielmannszug Heithoek gut aufgehoben. Bis 16 Jahre ist alles kostenlos. Die Instrumente werden gestellt. „Wir legen großen Wert drauf, dass wir familienfreundlich sind. Bei uns werden die Kinder nach Auftritten wieder bis an die Haustür gebracht“, betont Nölleke.

Autor: Klaus Spellmeyer
erschienen in der Münsterschen Zeitung